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Die Jahre 1977 - 1987

Der Grundstein dieser Freundschaft liegt in einer persönlichen Bekanntschaft von Matthias Kesselheim mit der Familie Roudaire in Bouzarat, wo er als junger deutscher Kriegsgefangener mit 17 Jahren drei Jahre auf ihrem Hof gearbeitet hat und was Menschlichkeit angelangt, von der Familie Roudaire die besten Eindrücke mit nach Hause nahm.

Sein Versprechen, sie später einmal privat zu besuchen, löste er zu Ostern 1970 ein, worauf sich die freundschaftlichen Bande zunächst privat, dann auf Vereinsebene und später auch durch offizielle Partnerschaft auf kommunaler Ebene sehr rasch entwickelten. Im Sommer kam dann die jüngste Tochter der Roudaires mit ihrem Mann zu einem Kurzbesuch nach Niederwerth.

Zu Ostern 1971 war Matthias Kesselheim, diesmal mit Familie, wieder in Bouzarat und Pontaumur, wo Sohn Aimé verheiratet war. Im gleichen Jahr zum Schützenfest war dann Aimé Roudaire mit seiner Familie zu Besuch in Niederwerth, wobei auch schon der erste Kontakt mit Wim Bähner (1. Vorsitzender des Sportvereins Niederwerth) zustande kam.

Kaum 4 Wochen später erhielt der SV Niederwertheine Einladung für Ostern 1972 nach Pontaumur. Wim Bähner ließ ihnen durch Matthias Kesselheim mitteilen, daß der SV Niederwerth für Ostern schon anderweitige Verpflichtungen habe, sie jedoch im Gegenzug zum Schützenfest nach Niederwerth einlade. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen und am 29.07.1972 (nachmittags gegen 17.00 Uhr) waren sie mit einem Bus (27 Personen) in Niederwerth, was offiziell auch der Anfang der Freundschaft auf Vereinsebene war.

In dem 5-tägigen Programm waren Fußball, Bunter Abend, Besichtigung eines modernen Bauernhofes, 2 Tage Schützenfest und eine Fahrt mit der Köln-Düsseldorfer von Koblenz nach Rüdesheim und zurück enthalten. Bei der Verabschiedung (Dienstag gegen Abend) brachten sie zum Ausdruck, daß ihre Erwartungen weit übertroffen wurden und sie von Niederwerth die besten Eindrücke mitnehmen. Der Gegenbesuch in Pontaumur wurde auf Ostern 1973 festgelegt. Die offizielle Einladung mit Programm erhielt der SV Niederwerth noch vor dem Jahresende.

Erster Freundschaftsbesuch in Pontaumur 1973


In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 1973 startete der SV Niederwerth zu seinem ersten Freundschaftsbesuch nach Pontaumur. Gefahren wurde mit dem Linienbus von Norbert Saal, Hillscheid. Es nahmen 34 Personen an der Fahrt teil.

Wir fuhren über Trier, Metz, Thionville und dann die Hauptverkehrsstraße Richtung Dijon. Bei Toul, etwa 40 km vor Nancy, machten wir in Verbindung mit einer größeren Pause einen kleinen Abstecher zum Deutschen Soldatenfriedhof Andillier, wo wir die Gräber zweier Niederwerther Sportskameraden aufsuchten.

Frisch gestärkt ging es von dort gegen 8.30 Uhr weiter. Dijon passierten wir gegen Mittag, fuhren jedoch noch weiter in südlicher Richtung bis Beaune und von dort aus in westlicher Richtung bis Autun, wo wir Mittag machten. Von dort ging es dann gegen 14.00 Uhr weiter auf die letzte und schwierigste Etappe. Die Städte, Dörfer und auch die Straßen wurden immer schlechter und im Bus machte sich ein gewisses Unbehagen breit. Plötzlich sagte Rudi Weber: ‚Das ist das Ende der Welt. Hier kann nichts Vernünftiges mehr kommen..

Als wir dann gegen 18.30 Uhr (nach 18 Stunden Fahrt) in Pontaumur ankamen, war der erste Eindruck jedoch gut und nach einem kräftigen Imbiß und Rotwein im Festsaal waren die Strapazen der Fahrt schon vergessen. Vom Programm in den nächsten 3 Tagen wurden wir angenehm überrascht. Fußball, Bunter Abend Fahrten zur Teppichindustrie nach Abousson und zum Wintersportgebiet Le Mont-Dore, Besichtigung eines modernen Bauernhofes, Besuch auf dem Hof der Familie Roudaire in Bouzarat, wo Matthias Kesselheim 3 Jahre als junger deutscher Kriegsgefangener gearbeitet hatte, und vor allem die überaus herzliche Gastfreundlichkeit in den Familien.

Überall wo wir hinkamen, es wurde eine Freundschaft auf Dauer versprochen. So harmonisch und freundschaftlich verlief am Montag auch die Verabschiedung im Festsaal, wobei von der Seite Pontaumurs auch schon der Partnerschaftsgedanke erwähnt wurde. Darauf eine Antwort zu geben lag natürlich nicht in der Kompetenz dieser Gruppe.

Gegen Mitternacht ging es dann auf die Heimreise. Wir nahmen von Pontaumur die besten Eindrücke mit. Am späten Nachmittag waren wir dann wieder glücklich in Niederwerth gelandet. Auf die Frage: ‚Wie wars? oder ‚Wie hat es euch gefallen? gab es nur eine Antwort: ‚Wie Gott in Frankreich!. Allen Beteiligten war klar, daß dies nicht nur eine flüchtige Bekanntschaft bleiben würde.

Freundschaftstreffen 1974 in Niederwerth

Das nächste Freundschaftstreffen war dann auch bereits 1974 wieder zum Schützenfest in Niederwerth. In Pontaumur hatte man fest damit gerechnet, daß dieses Treffen schon zum Abschluß einer offiziellen Partnerschaft führen würde. Ein entsprechender Antrag von Pontaumur erhielt die Gemeinde Niederwerth bereits im Frühjahr. Die Gemeinde war von einer offiziellen Partnerschaft zwar nicht direkt abgeneigt, mußte den Antrag jedoch aus finanziellen Gründen zunächst zurückstellen.

Trotzdem wurde das Treffen zum Schützenfest 1974 zu einem vollen Erfolg. Ihre Enttäuschung wegen des Nichtzustandekommens der Partnerschaft ließen sich die Franzosen nicht anmerken. Ein Programm mit Buntem Abend, Fußball, 2 Tage Schützenfest, Tag der Weinproben bei der Firma Deinhardt, Vereinigte Weingutbesitzer und selbstgebrautem Stachelbeer- und Johannisbeerwein auf dem Wüstenhof, wobei sich am Schluß sogar die Hühner im Walzer drehten sowie eine Bustour zur Ahr über Maria Laach, Riedener Mühlen und Abschluß in Mayschoß übertraf alle ihre Erwartungen.

Das nächste Freundschaftstreffen sollte dann 1975 wieder in Pontaumur sein. Das Treffen kam nicht zustande. Pontaumur hatte Terminschwierigkeiten. In Niederwerth war man sich aber sicher, daß das Nichtzustandekommen der Partnerschaft eine wesentliche Rolle gespielt hatte. So entschlossen sich Matthias Kesselheim, Hans Klöckner und Adi Lukas mit ihren Frauen über Ostern zu einem privaten Besuch in Pontaumur.

Sinn und Zweck des Besuches war ein klärendes Gespräch in Sachen Partnerschaft. In einem etwas feierlichen Rahmen kam dieses Gespräch dann im ‚Hotel de la Poste auch zustande. Auf Seiten Pontaumurs waren vertreten: Aimé Roudaire, André Quinty, René Faure und Jean-Paul Chambrouty. Es war ein Gespräch auf Vereinsebene. Bürgermeister Gironnet wurde wegen Meinungsverschiedenheiten in Sachen Partnerschaft dazu nicht eingeladen. Er hatte die Hoffnung auf eine Partnerschaft mit Niederwerth schon aufgegeben.

Die Standpunkte beider Seiten wurden klar auf den Tisch gelegt. Der SV Niederwerth war auf die offizielle Partnerschaft nicht angewiesen, da er über den Deutschen Sportbund an Zuschüsse vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gelangte. Hinzu kam noch, daß die Gemeinde mit der Brückenbaulast noch hoch verschuldet war und sich eine weitere finanzielle Belastung nicht leisten konnte.

In Pontaumur war es genau umgekehrt. An Zuschüsse vom Deutsch-Französischen Jugendwerk zu kommen, war für sie nur über die Gemeinde möglich und zwar mit Abschluß einer offiziellen Partnerschaft. Auch war es in Frankreich so, daß Gemeinden mit offizieller Partnerschaft auf kommunaler Ebene mit Zuschüssen bei Bauvorhaben und dergleichen bevorzugt wurden.

Das Gespräch erbrachte folgendes Ergebnis: Pontaumur lud den SV Niederwerth für Ostern 1976 nach Pontaumur ein, wenn möglich aber auch mit einer kleinen Abordnung der Gemeinde. Matthias Kesselheim, Hans Klöckner und Adi Lukas versprachen nach Rückkehr mit Bürgermeister Staufenbiel in Sachen Partnerschaft zu reden und nach einem tragbaren Kompromiß für beide Seiten zu suchen. Dies wurde auch getan und Bürgermeister Staufenbiel wollte einerseits die Sache im Gemeinderat vorschlagen und zwar unter der Voraussetzung, daß der Gemeinde keine finanziellen Belastungen entstehen würden.

Wim Bähner brachte die Sache im Vorstand des SV Niederwerth zur Sprache, worauf dieser der Gemeinde den Vorschlag machte, die Partnerschaft organisatorisch und finanziell mit Unterstützung der Zuschüsse vom Deutsch-Französischen Jugendwerk zu übernehmen. Die Gemeinde mußte dem nur noch zustimmen. Damit war die Zukunft der Freundschaft Pontaumur-Niederwerth mit offizieller Partnerschaft so gut wie gesichert.

Entschieden wurde jedoch noch nichts. Der Vorstand des SV Niederwerth brauchte dazu noch die Zustimmung seiner Vollversammlung und Bürgermeister Staufenbiel die Zustimmung des Gemeinderates. Vorher wollte sich der Bürgermeister jedoch von den Verhältnissen und der Echtheit der Freundschaft in Pontaumur beim Freundschaftstreffen zu Ostern 1976 selbst überzeugen, wozu er auch Ratsmitglied Josef Zengler mitnahm.

Freundschaftstreffen 1976 in Pontaumur

Gefahren wurde wieder in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag mit dem Bus von Norbert Saal, wobei man Pontaumur auf der gleichen Strecke schon in einer wesentlich kürzeren Fahrzeit erreichte.

Bürgermeister Staufenbiel und Ratsmitglied Josef Zengler wurden in Pontaumur von der Notwendigkeit der offiziellen Partnerschaft überzeugt. Mit einem Willkommensgruß vom Fanfarenchor Feesecho wurden wir am Platz vor der Festhalle empfangen. Dann ging es in den Festsaal, wo die Tische schon gedeckt waren. Essen und Getränke wurden serviert und man konnte sich in Ruhe noch etwas unterhalten bis von Pontaumur alles was Rang und Namen hatte, eingetroffen war.

Nach einem erneuten Fanfarengruß sprach André Quinty als 1. Vorsitzender des Sportvereins einige Worte zur Begrüßung. Er bedankte sich zunächst für die schönen Tage von 1974 in Niederwerth und sagte, daß sie alles getan hätten, um uns ein gleichwertiges Programm zu bieten. Dann sprach Bürgermeister Gironnet, der sich hauptsächlich seinem Amtskollegen Staufenbiel zuwandte, daß er hoffe, daß die beiden Gemeinden sich auf kommunaler Ebene etwas näher kommen werden. Er verwies hauptsächlich auf zwei Gesprächsrunden im Rathaus. Einmal samstags morgens, wo sie praktisch eine Antwort von Bürgermeister Staufenbiel erwarteten.

Ein großartiges Programm mit Fußball, Buntem Abend, Besichtigung von Feriendörfern, Champagnerrunde beim Landrat und beim Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins Puy-de-Dôme, Pierre Mouton, Busfahrten nach Clermont-Ferrand, zum Puy-de-Dôme und über die Burgen- und Seenstraße rund um den Puy-de-Dôme und vor allem die überaus herzliche Gastfreundlichkeit in den Familien trugen natürlich zu einer positiven Antwort von Bürgermeister Staufenbiel am Dienstag Morgen mit bei.

Er gab sein persönliches Jawort, was natürlich noch der Zustimmung des gesamten Gemeinderates bedurfte. Teilnehmer der beiden Gesprächsrunden waren von Pontaumur: Bürgermeister Gironnet, Aimé Roudaire, Aimé Casas, René Faure, André Quinty und Marcel Quinty. Von Niederwerther Seite nahmen teil: Bürgermeister Staufenbiel, Ratsmitglied J. Zengler, Wim Bähner, Matthias Kesselheim, Rudi Weber und Hans Klöckner.

Nach der Rückkehr in Niederwerth hat sich dann das persönliche Jawort zur Partnerschaft von Bürgermeister Staufenbiel schnell herumgesprochen, so daß der Kompromißantrag vom Sportverein in Sachen Partnerschaft bei der Gemeinderatssitzung am 28. Juni 1976 auf die Tagesordnung kam.

Nach einer kleinen Korrektur wurde der Antrag von Bürgermeister Staufenbiel den Ratsmitgliedern zur Annahme empfohlen. Obwohl es vorher auch Gegner im Gemeinderat gab, wurde der Antrag dann doch einstimmig angenommen.

Als Quino Arietta zum Schützenfest zu Besuch bei Rudi Weber war, hatte er den Beschluß des Gemeinderates von Pontaumur mitgebracht, der mit 12 Ja- und 2 Neinstimmen ausgefallen war. Damit war die Partnerschaft auf kommunaler Ebene beschlossen.

Offizielle Eröffnung der Partnerschaft 1977 in Niederwerth

Am Freitag, den 29. Juli 1977, abends um 20.30 Uhr, wurde die Partnerschaft im Saal ‚Zur Rheinschanz offiziell eröffnet. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Genau vor 5 Jahren, am Freitag, den 29. Juli 1972 an gleicher Stelle und zur gleichen Uhrzeit, hatte die Freundschaft auf Vereinsebene begonnen.

Als Ehrengäste konnte Bürgermeister Staufenbiel zunächst die kirchlichen Vertreter beider Konfessionen, den Verbandsbürgermeister und 1. Vorsitzenden des Fußballverbandes Rheinland-Pfalz, Herrn Toni Kahl, und Herrn Oberstudienrat Dr. Schöne begrüßen, der sich in Sachen deutsch-französischer Freundschaft verdient gemacht hatte und hier als Dolmetscher fungierte.

Laut genauer Überprüfung von Dr. Schöne ist die Partnerschaft Niederwerth-Pontaumur die 727. Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer französischen Gemeinde. Es sei jedoch nach seinen Ermittlungen die erste Partnerschaft, welche durch die Bekanntschaft eines deutschen Kriegsgefangenen mit seinem Patron in Frankreich zustande gekommen ist.

Bei Musik und Gesang blieb man dann noch in gemütlicher Runde sitzen bis gegen Mitternacht. Im Programm der nächsten Tage war noch die Besichtigung der Geranienzucht Fischer in Hillscheid, Fußball, Bunter Abend, Bustour zum Niederwalddenkmal in Rüdesheim und 2 Tage Schützenfest. Als dann beim Schützenfest Matthias Kesselheim auch noch Schützenkönig wurde, war dies für die Freunde aus Pontaumur der absolute Höhepunkt. Nun hatten sie auch noch einen König und feierten mit ihm bis in den frühen Morgen.

Bürgermeister Gironnet sagte dann beim Abschied: ‚Es wird Zeit, daß wir abfahren, denn eine weitere Steigerung würden wir nicht überleben. und sie machten sich ernsthaft Sorgen, wie sie dies im nächsten Jahr in Pontaumur wettmachen sollten.

Freundschaftstreffen 1978 in Pontaumur

Insgesamt 60 Niederwerther erlebten dann vom 13. bis 19. Juli 1978 eine Festwoche der guten Freundschaft in Pontaumur.

Um 21.00 Uhr öffnete sich dann der Vorhang der Bühne im vollbesetzten Saal der Gemeinde in Pontaumur. Nach einem musikalischen Gruß des Fanfarenchors Felsecho ging Bürgermeister Gironnet ans Rednerpult. Neben den Gästen aus Niederwerth konnte er den Landrat und 1. Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins Puy-de-Dôme, Herrn Jean-Pierre Mouton sowie den prominentesten Gast des Abends, Herrn Harold Tenner als Vertreter des Generalkonsuls der Deutschen Botschaft in Lyon, der anschließend das Rednerpult betrat, begrüßen.

Weitere Redner des Abends waren die beiden Vorsitzenden der Sportvereine, André Quinty und Wim Bähner, die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsausschüsse, Aimé Roudaire und Matthias Kesselheim, sowie Landrat Jean-Pierre Mouton. Dann erklangen die Nationalhymnen und die Partnerschaftsurkunden wurden unterzeichnet. Anschließend verweilte man noch in gemütlicher Runde mit Champagner bis gegen Mitternacht.

Das weitere Besuchsprogramm der nächsten Tage sah wie folgt aus: Volksfest ‚Tour de France, Etappenziel auf dem Puy-de-Dôme, Fußball und Bunter Abend, Sonntagsmesse in deutscher und französischer Sprache, Party am See von Jean-Paul Chambrouty, Bustour rund um den Puy-de-Dôme mit Besichtigungen von Burgen, Schlössern und Seen, Abschluß mit Picknick am Sportgelände mit anschließendem Fußball für Frauen und Männer in allen Altersklassen, Informationsgespräch für die Begegnungen 1979 und 1980 bei Jean-Paul Faure, wobei offiziell ein Schüleraustausch für 1979 ausgemacht wurde.

Vor der offiziellen Verabschiedung gab es am Sportplatz Hammel am Spieß. Mittwoch gegen Nachmittag war man dann wieder wohlbehalten in Niederwerth zurück.

Nachdem die Partnerschaft nun offiziell auf beiden Seiten abgeschlossen war, galt es diese weiter auszubauen und zu festigen. Im Herbst 1978 kam es schon zu einem Privatbesuch. Bürgermeister Gironnet war mit einer kleinen Gruppe für einige Tage Gast und nahm bei dieser Gelegenheit an der Hubertusjagd auf der Insel Graswerth teil.

Es galt nun in erster Linie die Jugend für diese Freundschaft zu gewinnen und so wurde für Ostern 1979 ein Schüleraustausch in Niederwerth arrangiert.

Schüleraustausch 1979 in Niederwerth

Am Gründonnerstag (12.04.1979) gegen 18.00 Uhr kamen sie mit dem Bus (35 Personen inkl. Begleitperson) in Niederwerth an. Folgender Programmablauf war vorgesehen: Donnerstag (18.00 Uhr): Empfang und Begrüßung durch Verein und Gemeinde, kurzes Anfreunden mit den Niederwerther Schülern und Schülerinnen im Gasthaus ‚Zur Rheinschanz und gegen 20.30 Uhr Verteilung in die Gastgeberfamilien, wobei es keine Probleme gab.

Das weitere Programm verlief wie folgt: Freitag (13.04.1979) morgens Dorfrundgang mit Besichtigung und Kurzinformation der wichtigsten Daten von Kirche und Kloster. Nachmittags Spaziergang rund um die Insel. Samstags Besichtigung der Gemeinschaftsschule in Vallendar und Fußball auf der Südspitze. Sonntags Familientag und montags Bustour über den Westerwald zur Lahn (Bad Ems) mit Besichtigung des Hochwildschutzparks Kirchähr. Dienstag stand das Phantasialand und mittwochs eine Tour mit der KD bis Oberwesel und dann weiter mit dem Bus über den Hunsrück und zur Mosel auf dem Programm. Donnerstags Besichtigung der Keramikindustrien Höhr-Grenzhausen und des Landesmuseums Festung Ehrenbreitstein, abends Verabschiedung.

Zum Abschluß konnte man sagen, daß der Besuch ein großer Erfolg war. Jean Bourdeix aus St. Hilaire spricht heute noch von einem Wunder. Seine Tochter Magalie war bei dem Besuch dabei. Sie war erstmals von Zuhause weg und dann direkt ins Ausland zu völlig fremden Leuten. Sie machten sich Sorgen. Als sie freitags zum Bus gingen um sie abzuholen, glaubten sie, daß ihre Kinder herausgestürmt kämen, ihnen um den Hals fallen und glücklich wären, wieder daheim zu sein.

Das Gegenteil war der Fall. Die Kinder blieben im Bus sitzen und weinten, da sie wieder zurück nach Niederwerth wollten. Dies versteht er bis heute noch nicht.

Schüleraustausch 1980 in Pontaumur

Kurz vor Mitternacht zum Gründonnerstag fuhren 32 Schüler und 5 Begleitpersonen mit einem komfortablen Bus der Firma Runkel aus Neuwied zu ihrem ersten Besuch in Pontaumur von der Brücke ab.

Nach zügiger Fahrt kam man früher als erwartet in Pontaumur an. Auf dem Programm stand ein Tag in der Schule, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern von Pontaumur, Fußballtag und Bunter Abend, Besuch in Giat, von dort waren im vergangenen Jahr auch Schüler mit nach Niederwerth gekommen, Fahrt zum Viaduct des Fades, Besichtigung des Stausees und Feriendorf Confolant, Besuch bei Mutter Roudaire in Bouzarat (dem Ausgangspunkt der Freundschaft), Tagestour zum Skigebiet Le Mont-Dore und Fahrt nach Clermont-Ferrand mit Besichtigung des Landesmuseums der Auvergne in Riom.

Nach einer großartigen Abschiedsfeier im vollbesetzten Saal, wo sich Jugendliche von 10 Jahren bis Erwachsene von 70 Jahren wie in einer großen Familie bei Tanz und Gesellschaftsspielen amüsierten, folgte dann ein wehmütiger Abschied mit Tränen am Bus.

Freundschaftstreffen 1980 in Niederwerth (Schützenfest)

Neben dem Besuch von zwei kleinen Privatgruppen zum Himmelfahrtstag und zu Rhein in Flammen fand 1980 auch noch eine weitere offizielle Begegnung zum Schützenfest in Niederwerth statt.

Von Donnerstag (24.07.) bis Dienstag (29.07.) waren 40 Freunde aus Pontaumur bei uns zu Gast. Sie erlebten einen Nachmittag auf dem Wüstenhof, Fußball, Bunter Abend, 2 Tage Schützenfest und eine Schiffstour mit der Stadt Vallendar nach Oberwesel. Auch sie waren von allem, was ihnen geboten wurde wieder einmal sehr begeistert und Marcel Quinty sprach bei der Verabschiedung von ihrem zweiten Zuhause, wobei sie in Pontaumur ihr Zuhause für den Alltag und in Niederwerth ihr zweites Zuhause nur für Festtage haben.

1981

Das Jahr 1981 begann wieder mit zwei kleinen Privatbesuchen. Einmal war Gérard Faure mit 12 Personen zum Karneval bei uns zu Gast, um Niederwerth einmal von einer anderen Seite zu sehen und dabei waren sie auch voll auf ihre Kosten gekommen.

Über Ostern waren dann 10 Niederwerther zu einem privaten Gegenbesuch in Pontaumur. Dort kam es dann bei der Familie Bourdeix zu einer interessanten Begegnung zwischen einem deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich und einem französischen Kriegsgefangenen in Deutschland. Theo Becker traf am Ostermontag mit seinem ehemaligen Kriegsfreund Roger auch in Pontaumur ein und sie wurden von der Familie Bourdeix eingeladen, wobei er auf Matthias Kesselheim traf.

Sie schilderten beide ihre Eindrücke und Erlebnisse von Land und Leuten ihrer damaligen Gegner. Es ist nicht nur für die heutige Jugend sondern auch für die Älteren, die diese Zeit selbst erlebt haben, fast unbegreiflich, daß diese Menschen einmal unsere Feinde waren und einer auf den anderen geschossen hat. Nach fortgeschrittener Stunde bei Champagner wollten dann die Bourdeix und Roudaires von Roger wissen, wie die Niederwerther im Krieg zu der damaligen Politik im 3. Reich standen. Roger antwortete spontan mit einem Satz: ‚Niederwerth war im Krieg nicht nur geographisch sondern auch politisch eine Insel im großen Strom.

Freundschaftstreffen 1982 in Pontaumur

Für 1982 wurden wir dann zum 50. Vereinsjubiläum des U.S. Pontaumur-Lachamps am 01. Mai eingeladen. Da aber auch die Niederwerther Kirmes auf den 01. Mai fiel, wurde das Treffen wieder auf Ostern verlegt. Gefahren wurde wieder mit einem Bus von Norbert Saal, welcher voll besetzt war. Hinzu kamen noch ca. 20 Personen mit eigenem PKW, so daß es insgesamt fast 70 Besucher waren. Begrüßt wurden wir von der Gemeinde, dem Verein und dem Partnerschaftskomitee, in dem Madame Dauphin erstmals als Präsidentin fungierte, da Aimé Roudaire wegen Unstimmigkeiten, ausgelöst beim privaten Besuch an Karneval in Niederwerth, sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Folgendes Programm wurde geboten: Begrüßung mit Imbiß und Umtrunk, Fußball und ein großer Bunter Abend mit Jubiläumscharakter, Bustouren nach Clermont-Ferrand, zum Puy-de-Dôme und Weinkeller Château Gay, Besichtigung der im Bau befindlichen Fabrik für pharmazeutische Industrie in Pontaumur und Gespräche der beiden Partnerschaftsausschüsse über Begegnungen für 1983. Wesentlich ausgiebiger wurde diesmal aber auch in mehreren privaten Gruppen gefeiert, wobei sich die Niederwerther wie Gott in Frankreich fühlten.

Bei der offiziellen Verabschiedung (diesmal einen Tag früher) war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und stimmungsmäßig sah es nicht nach Abschied aus. So wurde es auch bald Mitternacht bis es hieß, einmal sollte noch gesungen werden und dann fahren wir. Bis der Bus jedoch abfuhr, war es fast 1.00 Uhr in der Nacht.

1983

Zu Karneval 1983 hatte dann der neue Vorsitzende des U.S. Pontaumur-Lachamps, Jean-Paul Quinty, seine Freunde (ca. 30 Personen) zu einer Fahrt mit einem Bus nach Niederwerth animiert. Hier erlebten sie dann 2 Maskenbälle, den Karnevalszug in Vallendar und Koblenz sowie einige gesellige Abende in privaten Bars. Es war der zweite etwas größere private Besuch von Freunden aus Pontaumur zu Karneval in Niederwerth und dies zog auch zum zweitenmal einen Präsidentensturz im Partnerschaftskomitee in Pontaumur mit sich.

Auch der neue Präsident des U.S. Pontaumur-Lachamps, Jean-Paul Quinty, gab sein Amt auf. Pontaumur hatte eine Führungskrise zu überstehen. Bis zum offiziellen Besuch in Niederwerth hatte dann ein Mann die Sache wieder im Griff. Es war Gérard Faure, der bei allen Begegnungen dabei war und das Amt des 1. Vorsitzenden im Partnerschaftskomitee angenommen hatte.

Sie kamen wieder zum Schützenfest. Nach Ankunft und kurzer Begrüßung am Freitag ruhten sie sich zunächst etwas aus um abends beim großen Bunten Abend mit kaltem Buffet wieder fit zu sein, was dann auch wieder ein gelungener Auftakt wurde.

Das weitere Programm war Fußball mit anschließender Rotweinrunde, 3 Tage Schützenfest, Bustour zur Mosel, über den Hunsrück zum Vierseenblick nach Boppard und auf dem Rückweg waren wir zu Gast bei der Königsbacher Brauerei in Koblenz.

Schüleraustausch 1984 in Niederwerth

Die Schüler von Pontaumur hatten diesmal keine Ferien und so mußten sie seitens der Schule folgende Bedingungen erfüllen:

· Sie mußten geschlossen mit 2 Klassen fahren.

· Es mußten mindestens 10 Tage sein.

· In Niederwerth mußte die Gelegenheit Unterricht zu halten gewährleistet sein.

Da in Niederwerth ja Ferien waren, konnten die Schulräume zur Verfügung gestellt werden. So ging man morgens zur Schule und der Nachmittag stand dem Vergnügen zur Verfügung. Was Vergnügen anbelangt, erlebten sie den Besuch im Zoo Heimbach, einen Nachmittag auf der Insel Graswerth, einen Fußballnachmittag auf der Südspitze, eine Tagestour zum Phantasialand, eine Fahrt zum Adler- und Wolfspark Kasselburg in der Eifel, Besichtigung der Festung Ehrenbreitstein mit anschließendem Besuch des Deutschen Ecks sowie einem Stadtbummel durch Koblenz und Besuch des Hallenschwimmbades Wellamare in Vallendar. Partnerschaftsausschuß und Begleitpersonen der Schüler waren zu einer Gesprächsrunde bei Bürgermeister Staufenbiel eingeladen.

Schüleraustausch und Sommerfest 1985 in Pontaumur

Nach einem Vorgespräch mit Freunden in Pontaumur anläßlich eines Privatbesuchs von Matthias Kesselheim, brachte dieser die Einladung für zwei Gegenbesuche 1985 in Pontaumur mit.

Beide Termine, der Schüleraustausch über Ostern in der Zeit vom 05.-12.04.1985 und der Erwachsenen zum Sommerfest in Pontaumur vom 18.-23.07.1985 wurden im Heimat-Echo veröffentlicht, damit die Interessenten den Besuch früh genug in ihr Urlaubsprogramm einplanen konnten. Für beide Fahrten fanden sich auch ausreichend Teilnehmer. Beim Schüleraustausch waren es einschließlich der Begleitpersonen 45 Teilnehmer. In Pontaumur hatte man keine Mühen und Kosten gescheut, ein reichhaltiges Programm zu erstellen.

In Pontaumur wurde die Fischzucht, die Feuerwehr und eine pharmazeutische Fabrik besichtigt. In der näheren Umgebung waren es das Feriendorf Confolant mit Stausee, das Viaduct des Fades mit Führung im kleinen Museum (Bericht in Wort und Bild über die Entstehung von Viadukt und Stausee mit kleinem Wasserkraftwerk). Die Architekten des Viadukts sind übrigens die Gebrüder Eiffel, die auch den Eiffelturm in Paris erbaut haben. Weitere Ausflüge in der Umgebung waren der Puy-de-Dôme sowie der Brunnen von Volvic, Getränke- und Steingewinnung mit Besichtigung eines stillgelegten Stollens, der als Museum hergerichtet wurde.

Eine Tagestour rund um das Zentralmassiv (Skigebiet) mit kurzen Aufenthalten an den Hauptwintersportorten waren wichtige Erlebnisse. Am letzten Tag regierte König Fußball und nach einem wehmütigen Abschied konnte man sagen, daß es schöne Tage waren. Besonders hervorzuheben war der große Bunte Abend mit Gesangseinlagen des gemischten Kirchenchores, Folkloretänzen und Spielen der Schüler von Pontaumur.

Zu einem zweiten offiziellen Besuch in Pontaumur fuhren dann am Wochenende vor dem Schützenfest vom 18.-22.07.1985 die älteren Sportsfreunde. Trotz Feldarbeit fanden sich zu dieser Fahrt 42 Interessenten. Sie erlebten in Pontaumur schöne Tage beim Sommerfest. Nach Empfang mit Champagner im Gemeindehaus ging es kurz vor Mittag in die Gastgeberfamilien, wo man sich bis zum Abend etwas ausruhen sollte, um für den großen Bunten Abend wieder fit zu sein. Arrangiert wurden diese Tage vom Festausschuß Sommerfest, dem Partnerschaftskomitee und der Gemeinde.

Man erlebte einen Bunten Abend mit Musik, Tanz, Gesangseinlagen vom Kirchenchor Polonaise und natürlich ein reichhaltiges kaltes Buffet und die üblichen Getränke.

Der Samstag Morgen stand zur freien Verfügung, nachmittags wurde Fußball gespielt und abends begann das Sommerfest mit einem schönen Feuerwerk mit anschließender Tanzveranstaltung im Festsaal.

Sonntags morgens war Pontaumur Etappenziel eines Oldtimerrennens vom Rennstall O. Bennet mit 42 Originalrennwagen aus der Zeit vor dem Krieg. Nachmittags fand ein großer Festzug mit Festwagen statt und abends war Kirmestreiben im Festsaal und auf dem Rummelplatz angesagt.

Montags morgens fand ein Informationsgespräch beider Partnerschaftsausschüsse statt, nachmittags die Besichtigung des neuen Feuerwehrhauses und abends dann die offizielle Verabschiedung im Festsaal. Kurz nach Mitternacht setzte sich der Bus in Richtung Heimat wieder in Bewegung.

Wie eng man miteinander befreundet ist, zeigte die Tatsache, daß auch Freunden die Entfernung von ca. 800 km nicht zu weit ist, um zu einem Trauerfall anzureisen und durch ihre Anwesenheit ihre Anteilnahme zu bekunden. So kamen am 12-11-1985 zum Tode von Margarethe Bähner gleich 6 der engsten Freunde nach Niederwerth, um Margarethe auf ihrem letzten Weg zum Grab zu begleiten. Als äußeres Zeichen ihrer Anteilnahme schmückten 3 Kränze vom Verein, Partnerschaftskomitee und Freunden das Grab von Margarethe Bähner sowie eine kleine Marmorgedenkplatte als bleibende Erinnerung.

Einweihung der ‚Rue de Niederwerth 1986 in Pontaumur

Alle Straßen in Pontaumur erhielten im Juni 1986 erstmals offizielle Namen, darunter auch eine ‚Rue de Niederwerth. Da wir zum großen Straßenfest im Juni wegen der Spargel- und Erdbeerernte nicht anreisen konnten, zog man die Straßentaufe für die ‚Rue de Niederwerth auf Ostersamstag vor.

Hierzu reisten Wim Bähner, sein Bruder Josef, Rudi Weber und Matthias Kesselheim mit Frauen an. Um 10.30 Uhr ging ein Festzug durch die geschmückte ‚Rue de Niederwerth, wo man Matthias Kesselheim die Enthüllung der Straßenschilder am Anfang und am Ende der Straße übertrug. Dann ging es mit Musik zu einer kleinen Feierstunde in das Feuerwehrhaus in der ‚Rue de Niederwerth, wo der Champagner schon auf den Tischen stand. Nach einigen Worten der Begrüßung durch Bürgermeister Gironnet und einigen Worten des Dankes und der Anerkennung von Matthias Kesselheim wurde mit diesem kräftig angestoßen.

Weitere prominente Anlieger der ‚Rue de Niederwerth sind die Bauunternehmer René Faure und Aimé Casas sowie die Fischzucht, welche anschließend auch zu einer kleinen privaten Straßentaufe einluden.

Unser Partnergeschenk zur Straßentaufe war ein massiver Eichentisch mit einem Doppelbild Pontaumur-Niederwerth als Tischplatte. Diesen konnten wir natürlich nicht im PKW mitbringen und sie bekamen diesen bei ihrem Besuch zu Rhein in Flammen im gleichen Jahr in Niederwerth überreicht. Sie brachten ihn mit Mühe und Not im Bus unter.

Rhein in Flammen 1986

Rhein in Flammen erlebten sie in diesem Jahr erstmals auf der ‚Fortuna der Firma Gilles. Es war für sie ein einmaliges Erlebnis. Das Programm für die Tage ihres Besuchs vom 08.-12.08.1986 bot ihnen einen großen Bunten Abend mit Musik und kaltem Buffet im Saal der Rheinschanz, eine Bustour an die Ahr, Fußballtag auf dem Sportgelände sowie kleine Privatprogramme der Gastgeberfamilien. Bürgermeister Gironnet sagte beim Abschied: ‚Wir glaubten schon manchmal, in Niederwerth alles gesehen zu haben, doch unsere Freunde bieten uns immer etwas Neues und ‚Rhein in Flammen war bis heute das Beste.

Schüleraustausch 1987 in Niederwerth

Die nächste Begegnung war ein Schüleraustausch vom 15.-22.04.1987 in Niederwerth. Mittwochs (15.04.1987) kamen sie am späten Nachmittag mit dem Bus bei uns an. Sie waren (einschl. Begleitpersonen) 40 Personen. Im Gasthaus Zur Rheinschanz wurden sie kurz begrüßt und nach einem kleinen Imbiß ihren Freunden von Niederwerth vorgestellt.

Die meisten kannten sich schon und nach Austausch der Neuigkeiten von hüben und drüben ging es dann in die Quartiere zu den Gastgeberfamilien. Der Donnerstag Morgen war zu freien Verfügung und nachmittags fuhren sie mit ihren Freundinnen und Freunden von Niederwerth zur Festung Ehrenbreitstein und zum Deutschen Eck nach Koblenz.

Am Karfreitag ging es morgens um 8.00 Uhr mit zwei Bussen zum Phantasialand. Diese Parks sind nun mal ein Paradies für Kinder und diese amüsierten sich nach Herzenslust. Mittags fand man an einem Imbißstand trotz großem Andrang noch einige freie Plätze, wo mit der mitgebrachten Verpflegung Brotzeit gemacht wurde. Bei sommerlichen Temperaturen ging es dann zum Ansturm auf die restlichen Attraktionen. An einem Tag ist es im Phantasialand nicht möglich, alles zu sehen.

Am Karsamstag ging es zur Insel Graswerth, wo an der Jagdhütte zünftig Brotzeit gemacht wurde und sie sich ausgelassen amüsierten. Ostersonntag hatten die Gastgeberfamilien ihr privates Programm, wobei sich die meisten Familien mit ihren Gästen in Bad Ems trafen und die Jugendlichen sich mit Tret- und Elektrobooten auf der Lahn die Zeit vertrieben. Am Ostermontag wurde Schloß Stolzenfels besichtigt und dienstags war zum Abschluß Fußballtag auf dem Sportplatz.

Der Abschied am Dienstag Abend gestaltete sich etwas wehmütig und es gab, wie schon so oft, Abschiedstränen. Dies ist aber für uns immer der beste Beweis, daß der Besuch wieder einmal ein voller Erfolg war.

Die Partnerschaft feiert 10-jähriges Bestehen!

Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Partnerschaft ging es zunächst vom 16.-21.07.1987 zum Sommerfest nach Pontaumur. Abgefahren wurde donnerstags am späten Abend, dem 16.07.1987. Bereits um 9.00 Uhr am Freitag kam man mit einem modernen Reisebus der Firma König und dem altbewährten Fahrer, Norbert Saal, in Pontaumur an.

Der Empfang, eine kurze Begrüßung und die Quartierverteilung fand im Sitzungssaal des Rathauses statt, wobei zur Feier des Tages auch schon einige Champagnerflaschen geöffnet wurden. Nachmittags war dann die Ruhe vor dem großen Sturm und abends wollte man für das Fest fit sein. Der Festsaal war mit über 300 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Der offizielle Teil wurde zunächst mit einem Willkommensgruß von Bürgermeister Gironnet eröffnet, worauf sein Kollege Staufenbiel sich für die Einladung und den herzlichen Empfang bedankte.

Dann wurde von André Quinty und Wim Bähner die Freundschaft und Partnerschaft aus der Sicht der beiden Sportvereine belichtet. Beide würdigten, genau wie ihre Vorredner, insbesondere die Verdienste der beiden, denen diese Partnerschaft zu verdanken ist. Dann sprachen die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsausschüsse, Gérard Faure und Matthias Kesselheim, wobei letzterer auf die Entstehung dieser Partnerschaft durch die persönlichen Kontakte mit seinem Freund Aimé Roudaire eine kurze Rückschau hielt.

Danach wurden Gastgeschenke ausgetauscht. Aimé Roudaire, André Quinty, Bürgermeister Gironnet und Gérard Faure erhielten kleine Apperitiftische mit dem Doppelbild Pontaumur-Niederwerth als Tischplatte mit der Empfehlung, daß sie noch lange an diesen Tischen auf das Wohl der Partnerschaft anstoßen mögen. Als Gegengeschenk erhielten Bürgermeister Staufenbiel, Wim Bähner und Matthias Kesselheim eine Granitsteinplatte mit den beiden Gemeindewappen und der Aufschrift ‚Partnerschaft Pontaumur-Niederwerth.

Dann hieß es ‚Guten Appetit weil ein reichhaltiges Sortiment an kalten Platten mit kulinarischen Leckerbissen serviert wurde. Anschließend präsentierte sich eine Künstlergruppe mit einem Unterhaltungsprogramm von einer Stunde und danach ging es mit Musik und Tanz noch weiter bis gegen 3.00 Uhr in der Nacht.

Samstags morgens wurde dann ausgeruht und nachmittags ging es zum Sportplatz, wo das traditionelle Fußballfreundschaftsspiel Pontaumur-Niederwerth ausgetragen wurde. Das Spielergebnis ist jedoch nicht so wichtig wie der traditionelle Umtrunk mit Königsbacher Bier hinterher, von dem diesmal 150 Liter zur Verfügung standen. Manch einer kam mit Schlagseite nach Hause.

Nach dem Abendessen bewegte sich ein Fackelzug durch den Ort und von der Anhöhe der Kirche aus wurde ein zünftiges Feuerwerk in den Abendhimmel geschossen. Damit war dann das Sommerfest offiziell eröffnet. Die Jugendlichen begaben sich zum Festsaal, wo sie sich bei Musik und Tanz bis in den frühen Morgen amüsierten.

Samstags beim Festgottesdienst wurden wir, wie üblich, vom Pfarrer recht herzlich begrüßt. Dieser verabschiedete sich von uns, da er in diesem Jahr in den Ruhestand ging. Für die Zukunft wünschte er uns noch viele Begegnungen in Freundschaft, hüben wie drüben.

Nachmittags folgte dann ein Festzug durch die geschmückten Straßen von Pontaumur, woran 8 Musikkapellen beteiligt waren. Danach herrschte reges Treiben auf dem Festplatz. Montags war dann der Kirmesplatz den ganzen Tag Mittelpunkt des Geschehens und abends war dann Verabschiedung im Festsaal, wobei sich die Jugendlichen bei Musik und Tanz nochmals ausgelassen amüsierten. Gegen 1.00 Uhr in der Nacht setzte sich unser Bus in Richtung Heimat in Bewegung und am Dienstag, kurz vor Mittag, waren wir wieder zurück in Niederwerth.

 

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